Meine Weltreise

Big in Japan

4. November 2019

Wieder ist einige Zeit vergangen und ich habe es nicht geschafft hier etwas zu schreiben. Das hole ich jetzt gern nach.

Wie hier beschrieben, habe ich eine sehr, sehr lange Zeit gebraucht, bevor ich es von Johannesburg nach Tokio geschafft hatte. 40 Stunden und einen Abstecher ins Heimatland um genau zu sein. Am 24 Oktober 2019 aber kam ich morgens um 7.00 Uhr endlich am Flughafen Tokio Haneda an.

Bahn, Bahn, Bahn

Nachdem mein Gepäck als letztes (!) vom Band gelaufen war, versuchte ich den besten Weg in die Stadt und zu unserem gebuchten Hotel zu finden. Ich sage „unser“ Hotel, weil meine Schwester (berühmt berüchtigte Bloggerin unter https://singlecitymama.wordpress.com) für diesen Reiseabschnitt ebenfalls ins Land des Morgens gejettet kam. Nur über Wien und über den Flughafen Tokio Narita, sodass wir einige Stunden versetzt eintrafen.

Ich jedenfalls besorgte erst einmal ein wenig Bargeld und eine Karte für die Monorail und gurkte bei (noch) leerer Bahn Richtung Stadtzentrum. Dort musste ich einmal umsteigen und konnte dann mit einer U-Bahn Linie direkt zu einer Station fahren, die nur 5 Gehminuten von dem Hotel entfernt war. Das klappte eigentlich auch alles sehr gut, obwohl das Bahnsystem von Tokio eine Wissenschaft für sich zu sein scheint. Und was ich schnell gelernt habe: Tokio ist voll. Sehr voll. Mit meinem großen Rucksack erntete ich in der Bahn den ein oder anderen bösen Blick und war froh als ich endlich aus der Bahn purzelte und prompt in die falsche Richtung davon marschierte. Glücklicherweise merkte in den Fehler schnell, drehte um und kam Minuten später übermüdet und beladen in dem Hotel an.

Trotz der Verspätung musste ich das Zimmer auch für die vorherige Nacht zahlen, sodass meine erste Amtshandlung ein ausgiebiges Frühstück im Hotel war. Bezahlt ist bezahlt. Das ungläubige kichern der Rezeptionistin konnte mich da nicht abhalten. Jegliche weiteren Tagespläne warf ich spontan über den Haufen, kroch ins Bett und holte die unzähligen Stunden verpassten Schlaf nach, bis gegen 15 Uhr meine Schwester in der Tür stand. Die war genauso fertig wie ich, sodass ein kurzer Spaziergang durch den Stadtteil Kanda und ein frühes Abendessen in einem nahegelegenen Lokal für den Abend ausreichen mussten.

Tokio

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir damit Tokio zu erkunden. Wir machten eine Stadtrundfahrt, marschierten durch Shibuya, speisten im Ninja Restaurant und bewunderten Tempel und Parkanlagen. Einen Abend trafen wir uns noch mit meiner Safari-Freundin aus Namibia, die uns noch gute Tipps für den Aufenthalt mit auf den Weg gab. Und so verrückt Tokio auch ist: Es war toll.

Tokio ist voll.

Zwei Tage später packten wir unsere Sachen und düsten mit dem Shinkansen Richtung Kyoto, um noch einmal eine andere Seite des Landes kennenzulernen.

Kyoto

Die Stadt ist viel traditioneller und entschleunigter als Tokio, wobei hier die Unmengen von Touristen auch mehr auffallen als in der überlaufenen Hauptstadt. Zudem ist die Stadt das Zentrum der Geisha-Kultur in Japan.

Da wir uns auch in die schier endlose Schlange der Touristen einreihen wollten, gönnten wir uns am nächsten tag prompt das „Kimono-Makeover“ und schritten in unseren bunten Gewändern und mit aufwendig gesteckten Haaren für ein paar Stunden durch die Parkanlagen der Stadt und machten Fotos.

Kimono Time.

Außerdem aßen wir uns durch wirklich gute und auch skurrile Lokalitäten, shoppten Tinnef und lernten viel über die Stadt und ihre Kultur.

Osaka

Trotz vieler Stimmen für nur eine Nacht in Osaka und mehr Nächte in Kyoto, machten wir uns planmäßig nach zwei Tagen auf den Weg nach Osaka. Die zweitgrößte Stadt Japans ist nur 20 Minuten mit der Bahn von Kyoto entfernt, sodass die Anreise eigentlich kein Akt hätte sein sollen. Wäre da nicht der Taxifahrer gewesen, der leider unser Hotel nicht kannte und ratlos einmal durch die Stadt zog bis er uns endlich absetzte. Im Hotel angekommen, kam auch die Ernüchterung. Das gebuchte Doppelzimmer entsprach mehr einer Besenkammer und wurde fortan von uns nur noch als „Zweimannsarg“ bezeichnet. You win some, you lose some.

Und ich stehe dazu: Ich mag Osaka. Vom Flair her vergleiche ich es gerne mit Hamburg. Nicht so voll wie Tokio(Berlin), größtenteils unterschätzt und nicht so touristenüberlaufen wie Kyoto (München). Zudem hat sich in Osaka mein Traum erfüllt.

Dazu als Hintergrund: Als Kind (und weitaus länger als man darauf stolz sein sollte) war ich großer Fan von Sailor Moon. Riesenfan. Megafan. Ich habe die Sendung und alles, was mit ihr zu tun hat, verehrt. Aus dieser Leidenschaft entsprang eine allgemeine Zuneigung zu Mangas, die ich Jahre lang gesammelt habe. Auch deswegen wollte ich immer einmal nach Japan!

In Osaka jedenfalls gab es etwas Großartiges: Das Sailor Moon Pop Up Café 2019. In einem etwas unscheinbaren Geschäft in einem Shopping Center versteckt sich noch bis Ende des Monats ein Sailor Moon dekoriertes Paradies für alle Oldschool Nerds. es gibt Merchandise, überteuerte Sailor Moon Getränke und schön dekorierte und themengetreue Speisen. Ich war im Land der Sailor-Träume.

Sailor Dream

Kawaguchiko

Nächster Halt nach Osakat: Kawaguchiko am Fuß des Mount Fuji. Nach einer etwas beschwerlichen Anreise checkten wir in unserem Ryokan – einem traditionell japanischen Hotel – ein. Das Zimmer war groß, nur mit Schlappen zu betreten und verfügte über eine Terrasse mit eigenem Onsen (heißes Bad mit Quellwasser). Ebenfalls enthalten war ein traditionell japanisches und recht üppiges Frühstück, dass wir standesgemäß im Yukata einnehmen konnten. Einziges Manko: Es stellt sich heraus, dass ich hochgradig gegen japanische Kissenfüllungen allergisch bin und ich sah nach einer wenig entspannten Nachtruhe selber aus wie ein Kissen…

Nach einem entspannten Sightseeing Tag an den verschiedenen Seen der Gegend, ging es gegen Abend mit dem Bus zurück nach Tokio und direkt in eine neue Erfahrung. Das Kapselhotel.

Tokio Again

Immer wieder hört man von den verschrienen Kapselhotels. Klein, stickig, dreckig. Das kann ich so nicht unterschreiben. Die Erfahrung war großartig. Wir waren in einem relativ neuen Hotel in einem zentralen Stadtteil, nur 2 Minuten von der nächsten Metro-Station entfernt. Die Kapsel war geräumig und sauber. Ebenso die einzeln abschließbaren Duschen. Kosmetika und sogar Schlafanzüge wurden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Als Alleinreisender ist das Hotel (das keine EUR 30 die Nacht gekostet hat) ein Segen. Zu zweit war es immer noch sehr gut, einzig kann man sich im Bett nicht mehr unterhalten.

Am nächsten Tag machten wir noch eine weitere Erkundungstour durch Tokio und ich wagte mich in ein Sento, ein original japanisches Bad – ebenfalls eine großartige Erfahrung. Abends ging dann meine Flug (tatsächlich pünktlich) nach Sydney, während meine Schwester zunächst im Airport Hotel einkehrte, um am nächsten Morgen gen Hamburg durchzustarten.

Es war eine wirklich wunderbare Reise. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und – wie in Japan typisch – uns unglaublich viel bedankt. In diesem Sinne: Arigatou!

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