Meine Weltreise

Namibia – Bless the rains down in Africa…

15. Oktober 2019

Mit etwas Verspätung komme ich heute endlich dazu, über den ersten Teil meiner Reise Resümee zu ziehen. Es war fantastisch. Ich habe nette Leute kennengelernt, tolle Landschaften und Tiere gesehen und Dinge getan, die ich noch nie getan habe. Und zum Schluss saß ich mit einem weinenden Auge im Flieger nach Kapstadt und war (und bin) mir ganz, ganz sicher: Ich komme wieder.

Alles auf Anfang

Aber von vorne: Mit gewaltiger Verspätung kam ich am 6. Oktober 2019 in Windhouk an. Nach einem gefühlt unendlichen Anstehen bei der Passkontrolle durfte ich endlich mein Gepäck in Empfang nehmen und wurde auch schon von einem freundlichen Fahrer beim Ausgang erwartet, der bereits leicht gelangweilt ein Schild mit meinem Namen durch die Luft schwenkte.

Ein kurzer Stopp beim Geldautomaten (der nur südafrikanische Rand, aber keine namibischen Dollar hatte) später, befand ich mich auf dem Weg in die Stadt. Das Stadtzentrum liegt etwa 35 km vom Flughafen entfernt, sodass ich nach einer kurzen Fahrt im Hotel meiner Wahl einkehren konnte. Schön war es nicht, aber sauber und zentral. Am Abend brachte mich ein freundlicher und bewaffneter Sicherheitsmann zum nächstgelegenen Lokal und holte mich dort auf Zuruf auch wieder ab. Allein als Frau sei es halt doch zu gefährlich in der Stadt. Möglich, dass das stimmt, so ganz überzeugt bin ich inzwischen aber nicht mehr.

Safari Time

Eigentlich hatte ich in meinem Reiseplan einen Tag fürs Ankommen und zum Erkunden von Windhouk vorgesehen. Dieser viel aufgrund der Flugänderungen jetzt ersatzlos weg, sodass ich nach einer viel zu kurzen Nacht am Montag pünktlich um 8 Uhr morgens für meine gebuchte Safari abgeholt wurde. Geplant war ein Camping Trip durch den Etosha National Park mit Stopp in Swakopmund und Rückweg durch die Wüste nach Windhouk.

Wir waren eine kleine internationale Gruppe (Korea, Japan, Deutschland – und natürlich die Guides aus Namibia) und gurkten pünktlich in einem umgebauten Kleinlaster Richtung Norden zum Nationalpark davon. Die Fahrt war lang. Die Temperaturen krochen langsam noch oben. Eine Klimaanlage hatte das merkwürdige Gefährt nicht. Aber es hat Spaß gemacht. Sobald wir die Tore des Parks passiert hatten, konnten wir das Dach „hochpoppen“ und ein wenig wie „Wack-a-Moles“ aus dem Fahrzeug gucken. Vorbei an Elefanten, Löwen, Giraffen und dem anderen Geviech, das man in Afrika so sehen möchte.

Tent Time

Abends ging es dann tatsächlich auf den Camping Platz, auf dem ich in einem geteilten (selbst aufgebauten) Zelt und einer arschkalten Dusche nächtigen durfte. Stellt sich heraus: Ich bin kein Camper. Ich mag fließendes Wasser. Ich mag weiche Betten. Ich mag Licht, das ich nicht wie der letzte Honk als Stirnlampe mit mir rumtrage. Aber für die paar Tage war das Campen absolut in Ordnung. Alle zwei, drei Jahre darf das mal sein…

Nach einem weiteren Tag des „Game Drivings“ ging es weiter Richtung Küste nach Swakopmund. Eine Stadt, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Alles, wirklich alles, erinnert an „Good old Germany“. Angefangen natürlich bei den Horden deutscher Touristen, die sich durch die Straßen schlängeln. Aber auch die Straßennamen, Gebäude, ja selbst die Namen der Bewohner, lassen unzweifelhaft auf die deutsche Kolonialvergangenheit schließen. Viele finden das toll. Ich fand es befremdlich.

Fun Fact: In dem kleinen Museum der Stadt werden unter anderem deutsche Artefakte der Kolonialzeit ausgestellt. Eine Menge von dem Zeug haben wir gerade bei der heimischen Entrümplung in den Müll befördert. Des einen Schrott ist tatsächlich des anderen Schatz. Who would have known…

Come fly with me

Aber mein persönliches Highlight war ganz klar der vierte Tag des Trips: Ich habe mich nämlich getraut und bin skydiven gegangen. Trotz Höhenangst aus dem Flugzeug hüpfen. Weitaus einfacher als gedacht und letztlich wirklich traumhaft. Ich würde es jederzeit wieder machen. Muss ich aber nicht: Touri, der ich bin, habe ich natürlich die Bilder erworben.

Zuletzt ging es noch weiter in die Wüste. Wieder in die Hitze, wieder ins Zelt. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Für die atemberaubenden Sonnenaufgänge hinter den roten Dünen der Namib, kriecht man auch schon mal um 4.30 Uhr aus dem Zelt, um dann auf besagte Düne zu klettern und die Sonne zu beobachten, wie sie gen Himmel krebst.

Trotzdem war ich froh, als ich den letzten Abend in Windhouk wieder in einem netten Guesthouse unterkam und zu einer humanen Zeit aufstehen durfte. Einziger Minuspunkt: Der unglaublich freundliche deutsche Besitzer schickte mich abends in das „legendäre“ Beerhouse, dass sich für mich als fürchterlicher und überfüllter Touristenschuppen herausstellte, aus dem ich nicht schnell genug wieder verschwinden konnte.

Auf zu neuen Ufern

Am Montag morgen guckte ich mir im Schnelldurchlauf doch noch die Stadt an und gurkte dann wieder Richtung Flughafen, um meinen knapp umgebuchten Flug nach Kapstadt zu bekommen (Air Namibia scheint pleite zu sein). Damit habe ich bisher keinen einzigen regulären Flug nehmen können. Läuft bei mir. Trotzdem kam ich pünktlich in Kapstadt an und bahnte mir den Weg ins nächste Abenteuer. Aber dazu bald mehr. Stay tuned.

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