Meine Weltreise

Anfang mit Hindernissen

6. Oktober 2019

Heute ist der große Tag! Dachte ich jedenfalls… Während ich den ganzen Tag versuchte, die Tasche perfekt zu packen, nichts zu vergessen, meine Wohnung auf- bzw. auszuräumen und noch Zeit mit meiner Familie zu verbrachte dachte ich nicht, dass meine Reise wo ganz anders scheitern könnte. Am Hamburger Flughafen.

Bei all meinen Reisen ist es mir noch nie passiert, dass ich einen Anschlussflug verpasst habe. Jetzt schon. Ich werde meinen Flug verpassen. Momentan sitze ich nämlich mit knapp zwei Stunden Verspätung im Flieger von Hamburg nach Frankfurt. Zeitgleich schließt in Frankfurt das Gate zum Flieger nach Johannesburg, der pünktlich in zwanzig Minuten starten wird. Ohne mich.

Von der Angst was zu verpassen

Jeder, der mich auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass ich unter einem Zustand leide, den ich liebevoll „Reiseparanoia“ nenne. Immer und überall habe ich Angst, Verkehrsmittel zu verpassen. Deshalb bin ich grundsätzlich viel zu früh am Flughafen, am Bahnhof oder sogar an der Bushaltestelle. Ich verpasse keine Verkehrsmittel. Nie!

Gewohnt pünktlich kam ich also um 18 Uhr am Flughafen an, checkte mein Gepäck ein, verabschiedete mich ausgiebig von Schwester und Neffen und trabte durch die Sicherheitskontrolle. Zu diesem Zeitopunkt hatte der Flug 30 Minuten Verspätung. Alles noch kein Problem. Doch aus 30 wurden 60 und die Leute wurden nervös. Auf Nachfrage teilte mir der freundliche Mitarbeiter mit, dass ich mit etwas Glück meinen Flug noch kriegen könne. Vielleicht.

Meine Nervosität stieg und ich sah mich schon durch den Frankfurter Flughafen hechten, nur um dann doch vor verschlossenen Gate zu stehen. Deshalb jetzt das Merkwürdige an der Geschichte: Ich bin fast erleichtert, dass es inzwischen so spät wurde, dass ich keine Chance habe den Flieger zu erwischen. Nachdem der Flieger aus Frankfurt endlich bereitstand und (fast) alle Passagiere erwartungsvoll eingestiegen waren, stellte sich heraus, dass ein Passagier wohl die Schnauze voll hatte und sich ohne sein Gepäck wieder verabschiedet hatte. Da kein Koffer ohne Besitzer reist, musste das besagte Gepäckstück wieder ausgeladen werden und das Schicksal von knapp 200 Transitreisenden war besigelt. Hetzten, fluchen, flehen werden nicht helfen. Das Nachtflugverbot in Frankfurt ist gnadenlos und auf uns wartet kein Flugzeug mehr.

Flash Forward

Ich bin in der merkwürdigen Situation, dass ich diesen Beitrag erst posten kann, nachdem alles schon vorbei ist. Teilweise ist der Post im im Flugzeug geschrieben, aber jetzt weiß ich wie die Geschichte ausgeht. Und zwar so:

Ja, das Flugzeug nach Johannesburg war weg. Daraufhin wurden alle Transitreisenden zu einem Service Schalter der Lufthansa geschickt, wo einem nach langer Wartezeit angeblich geholfen werden sollte. Ich bekam Taxi und Hotelgutscheine, sowie Gutscheine für längst geschlossene Gastronomie am Flughafen. Aber viel wichtiger waren mir die Flüge. Ich habe Hotels gebucht und Trips geplant, alles unter der Prämisse, dass ich auch ankommen würde. Ich musste also kurzfristig nach Windhuk kommen. Kam ich aber nicht.

Ich hatte einen wirklich freundlichen Service-Mitarbeiter erwischt, der versuchte mir zu helfen. Doch leider scheiterte er an dem Flug nach Windhuk, der wohl außerhalb des Round-the-Wolrd- Ticket separat gebucht worden war. Fazit der Lufthansa: Nicht ihr Problem. Dies ließ mich die Vorgesetzte des besagten Mitarbeiters auch deutlich wissen.

Dazu als Sidenote: Wenn jemand einen Meter entfernt steht, doch bitte ein wenig auf die Wortwahl achten. Ich bin nicht „die da“ und ich bin mit dem Gutschein auch nicht „wech“. Aber das ist ein anderes Thema, dass sich wahrscheinlich zusammen mit einem Streit um Entschädigung behandeln lässt.

Jedenfalls durfte ich nicht nach Windhuk gebucht werden. Nur bis Johannesburg. Der Rest war halt mein Problem. Aber auch der nächste Flug nach Johannesburg, der 24 Stunden später ging, war voll ausgebucht, sodass eine andere Alternative her musste.

Anders als gedacht

Am Ende begann meine Reise wo ganz anders als geplant. Dazu hier mehr.

Kurzgesagt wurde ich von Frankfurt mit dem ersten Flieger nach Zürich geschickt. Dort verbrachte ich den ganzen Tag, bis ich spät abends mit Swiss Air weiter nach Johannesburg durfte. Nach einem langen Streit um ausgestellte Tickets und viele Telefonate mit meinem Reiseguru später, durfte ich dann auch die Reise nach Namibia antreten. Mit knapp 25 Stunden Verspätung sitze ich jetzt also in Windhuk und freue mich, mein erstes Ziel endlich erreicht zu haben.

Morgen um acht werde ich dann auch schon zur Safari abgeholt…

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