Meine Weltreise

Eine kleine Reise in die Schweiz

6. Oktober 2019

Wie hier beschrieben, ging meine Weltreise etwas umständlicher los als geplant. Mein erster Stopp war nicht im warmen Afrika, sondern – wenn man es ganz genau nimmt – in der Schweiz.

Nachdem meine Reise in Frankfurt erst einmal für eine Nacht unterbrochen wurde, ging der nächste verfügbare Flug Richtung Johannesburg erst spät am nächsten Abend. Nur eben nicht von Frankfurt, sondern von Zürich aus. Kurzerhand wurde ich also auf einen morgendlichen Flug ins schöne Zürich gebucht und mit einem feuchten Händedruck in das weniger schöne Airport-Hotel verabschiedet.

And so it begins

Nach einer viel zu kurzen Nacht in besagtem Hotel, ging es für mich morgens um acht auch schon zurück zum Flughafen um dort den (ebenfalls) verspäteten Flieger nach Zürich besteigen zu können.

Versteht mich nicht falsch: Ich mag Zürich sehr und war vor gar nicht all zu langer Zeit aufgrund einer Arbeitsveranstaltung für ein verlängertes Wochenende dort. Zürich gehörte nur einfach nicht in meinen Plan. Und wie wir inzwischen alle wissen: Ich mag Pläne.

Heinrich aus dem Reisebüro meines Vertrauens hatte mir noch mit auf den Weg gegeben, dass es genau einen Flug nach Windhuk gäbe, den ich nach dem Flug von Zürich nach Johannesburg erwischen müsste. Ansonsten wäre ich einen weiteren Tag verspätet und die Safarigruppe ohne mich weg. Nach Ankunft in Zürich pilgerte ich also brav zum Transitschalter und bat um die benötigte Ausstellung des Tickets. Alles kein Problem erklärte mir die freundliche Mitarbeiterin, ich müsse in Johannesburg nur die Bordkarte abholen. Ich war erleichtert und machte mich auf den Weg in die Stadt, während Heinrich der Aussage der Dame skeptisch gegenüberstand. Leider zurecht.

Zugfahren für Anfänger

Der Weg in die Stadt war leider ebenfalls schwerer als gedacht. Übermüdet und etwas verzweifelt hatte ich mir am Flughafen eine Bahnkarte zum Hauptbahnhof besorgt und war in die nächste S-Bahn Richtung Innenstadt gestiegen. Sobald ich im Zug war, fing ich an E-Mails zu schreiben, insbesondere um mein Hotel wissen zu lassen, dass ich nicht wie geplant in Windhuk aufschlagen würde und bitte niemand umsonst zum Flughafen fahren sollte um mich abzuholen. Offensichtlich war ich so in Gedanken, dass ich sorgenfrei am Bahnhof vorbei fuhr. Kann vorkommen – könnte man meinen.

Es kam aber natürlich wie es kommen musste. Nur fünf Minuten später stand ein Kontrolleur vor mir, guckte auf meine Karte (ich hatte noch immer nicht gerafft, dass ich zu weit gefahren war) und musterte mich abschätzig von oben bis unten. Nach Blick auf meinen Ausweis, viele Frage zu meiner vermeintlichen Ansässigkeit in der Schweiz und meiner aktuellen Herkunft, durfte ich ohne Strafgeld die Bahn verlassen und wurde mit belehrenden Worten und einem Blick der Verachtung in die nächste Bahn zurück gen Innenstadt verwiesen. Traurig aber wahr: Diese Kleinigkeit war zu viel, mir kamen die Tränen. Ich saß also heulend und in den Klamotten des letzten Tages an einem gottverlassenden S-Bahnhof in Zürich und rief erst einmal meine Schwester an, um ihr mein Leid zu klagen.

(Fast) Alles wird gut

Der Gedanke, danach noch alleine den ganzen Tag durch Zürich zu laufen deprimierte mich sehr. Aber ich hatte Glück: Ein lieber Freund von mir wohnt in Zürich und hatte glücklicherweise an diesem Tag Zeit, sich meiner anzunehmen.

Wir tingelten also durch die Museen Zürichs, guckten uns die aktuell in der Stadt ausgestellten Zwinglis an und tranken Kaffee (das war auch notwendig, da ich heillos übermüdet war). Zu guter Letzt bekam ich sogar noch ein typisches Schweizer Essen in einem netten Lokal. Also doch noch einmal Glück im Unglück: Ich glaube ich kann jetzt offiziell behaupten, dass meine Reise eben nicht ganz so exotisch wie geplant, dafür aber auf jeden Fall spektakulär begonnen hat.

Einziger Wermutstropfen: Natürlich war mein Ticket nach Windhuk nicht gebucht gewesen. Es brauchte noch eine weitere Stunde am Flughafen, viele Diskussionen, späte Telefonate mit Reise-Heinrich und ca. EUR 300, bis endlich feststand, dass ich tatsächlich rechtzeitig in Namibia ankommen würde. Das hat dann ja auch geklappt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die nächsten Flüge etwas gnädiger zu mir sind. Drückt mir die Daumen!

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