Irland | Weitere Reiseziele

Grün, grün, grün…

15. September 2019

Wie man wahrscheinlich recht einfach bemerkt, habe ich eine Vorliebe für warme Länder. Ich liebe Sonne, Strand und Meer und verbringe meine Tage lieber damit, durch tropische Regenwälder zu stapfen als durch kalte Wälder im hohen Norden zu wandern. Doch es gibt eine entscheidende Ausnahme: Irland.

Seit ich mit 18 Jahren mit einigen Freundinnen aus der Schule das erste mal in Dublin war, hat mich das Land nicht mehr losgelassen und noch heute komme ich regelmäßig dahin zurück, um mir in einem der unzähligen Pubs ein original Guinness schmecken zu lassen.

Ab auf die Insel

Nach dem ersten Besuch in Dublin vor nunmehr 15 (!) Jahren war Irland lange von meinem Radar verschwunden. Zwar fand ich die Stadt damals toll und hatte mit meinen Mitreisenden eine traumhafte Zeit dort, doch ergab es sich leider nie, eine solche Reise zu wiederholen. Dublin mit seinem einzigartigen Charme geriet etwas in Vergessenheit.

Bis zum Jahr 2013. Ich befand mich im letzten Abschnitt des Referendariats und versuchte eine passende „Wahlstation“ zu finden. Für diese kann man sich – wie der Name schon sagt – bei einem Arbeitgeber der Wahl bewerben. Vieles ist möglich – egal ob Anwalt, Gericht oder Verwaltung – und auch ein Auslandsaufenthalt ist eine gern gesehene Option.

Da meine Schwester zu diesem Zeitpunkt schwanger war und ich natürlich nicht die Geburt meines Neffen verpassen wollte, sollte besagte Wahlstation bestenfalls nicht zu weit weg stattfinden und eine gute Anbindung ans heimische Hamburg haben. Und da war es wieder: Irland. Das perfekte Ziel, um noch einmal ins Ausland zu kommen und trotzdem in der Nähe zu bleiben.

Gesagt, getan. Nach einigem Suchen stieß ich auf eine (sehr) kleine Kanzlei in Dublin, die deutsche Referendare annahm und bekam dort nach einem etwas sonderbaren Bewerbungsprozess auch eine Zusage. Und im Januar 2014 saß ich im Flieger direkt von Hamburg nach Dublin, um dort die nächsten vier Monate zu verbringen.

Ankunft mit Hindernissen

Auf Anraten meiner zukünftigen Chefin hatte ich mich zunächst nur um eine Unterkunft für die nächsten fünf Tage gekümmert. Es sei ja sehr einfach direkt in Dublin was zu finden hatte Sie mir mitgeteilt. Kleiner Tipp: Ist es nicht! Dublin ist voll. Alle großen Tech-Unternehmen haben einen Sitz in Dublin (liegt an den Steuern) und die Stadt platzt aus allen Nähten. Dies zeigt sich natürlich auch auf dem Wohnungsmarkt. Selbst kleinste Zimmer sind stark umkämpft und meist überteuert. Vermietet werden sie trotzdem.

Ich hatte unsagbares Glück, dass ich ein Zimmer in der alten Villa im etwas außerhalb liegenden Stadtteil Rathgar fand. Die Kinder meiner Vermieterin waren aus dem Haus und sie hatte sich entschlossen, die frei gewordenen Zimmer zu vermieten, um so wieder etwas Leben in die Bude zu bekommen. Ein absoluter Glücksgriff. Zudem lag die Wohnung zu Fuß nur 15 Minuten von der Wohnung meiner Kollegin und guten Freundin Jessy entfernt (This is were it all began.). Dies führte dazu, dass wir meist gemeinsam in den Feierabend starteten, auf dem Weg noch bei ihr und ihrem Mitbewohner einkehrten und ich danach leicht angedudelt weiter Richtung Rathgar marschierte. Good times.

Die liebe Arbeit

Natürlich war ich nicht nur zum Bier trinken in Dublin, sondern auch, um bei meiner Ausbilderin in einer irischen Anwaltskanzlei zu arbeiten und etwas über das dortige Recht zu lernen. Das klappte eher semi-gut und die Geschichten über die Kanzlei und insbesondere die recht „spezielle“ Ausbilderin könnten ganze Bücher füllen. Dazu vielleicht später mehr. Vielleicht auch nicht. Schweigen ist ja manchmal Gold…

Fahren wie die Henker

Jedenfalls ließ einem die Arbeit meistens noch Zeit für abendlichen Pub-Spaß und die Wochenenden verbrachten Jessy und ich damit, die Insel mit dem Mietwagen zu erkunden.

Irland ist nicht groß, sodass man in wenigen Stunden von einer Seite zur anderen fahren kann. An einem Wochenende kann man daher schon eine Menge sehen, ohne zu große Fahrwege auf sich nehmen zu müssen.

Aber aufgepasst: Die Straßenverhältnisse in Irland sind „speziell“. Das was wir in Deutschland als kleinen Trampelpfad bezeichnen, geht in Irland gern mal als zweispurige Straße durch. Also vor engen Kurven gern mal hupen, damit der Gegenverkehr weiß, das da jemand kommt. Während man selbst also mit Vorsicht und Bedacht versucht, die nächste Kurve zu überleben, kommt es nicht selten vor, dass einen ein Einheimischer noch mit 100 Sachen auf dem Trampelpfad überholt.

Dafür lohnt sich die Reise mit dem Wagen in Irland auf jeden Fall. Wir sind einmal quer durchs Land und sind noch die kurvigen Straßen am wunderschönen Ring of Kerry gefahren Ein Muss für jeden Landschaftsfanatiker. Zu den einzelnen Stopps gern später mehr.

Bis dahin: Sláinte

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